Berylium

Berylium (abgeleitet von dem Mineral Beryll, einem Schmuckstein, der Beryllium enthält), ist ein chemisches Element, das in der 2. Hauptgruppe im Periodensytem der Elemente (Symbol “BE”, Ordnungszahl “4″) verzeichnet ist. Man findet das äußerst seltene Erdalkalimetall in verschiedenen Mineralien vor (ca. 30), unter anderem in “Bertrandit”, das in den vereinigten Staaten gewonnen wird, und in dem Mineral “Beryll”, aufzufinden in der Volksrepublik China, Russland und Brassilien. Diese beryllhaltigen Mineralien sind in den bekanntesten und wertvollsten Schmucksteinen der Erde vorzufinden, so unter anderem in Smaragden, Auqamarinen und Alexandriten.

Eigenschaften/Geschichte von Berylium

Das Element Beryllium an sich ist ein stahlgraues Leichtmetall, in seiner Eigenschaft als Stoff sehr hart und spröde. Zumeist wird es in dieser Form als Zusatz für Legierungen verwendet. Doch wie entstand bzw. entdeckte man dieses vielseitige Element ? Erste Aufzeichnungen über die Gewinnung von Beryllium finden sich aus dem Jahre 1798, als der Chemiker Loius-Nicolas Vauquelin Beryllium in Form eines Oxids aus den bereits erwähnten Edelsteinen Smaragd und Beryll isolierte und gewann. Rund 30 Jahre später, im Jahre 1828, wurde das Element Beryllium zum ersten Mal durch den Vorgang der Reduktion des Berylliumchlorids mit Kalium durch die Herren Friedrich Wöhler und Antione Bussy dargestellt. Doch bereits hunderte Jahre zuvor wurden Beryllstücke, meist durchsichtig, als sogenanntes “Zauberglas” verwendet (man nimmt an, das sie, ähnlich wie eine Lupe, zur Vergrößerung von Schriftzügen beim Lesen dienten oder einfach der Erheiterung kleiner Kinder und einfältiger Menschen). Diese Eigenschaft vorweisend, leitet sich von dem Wort “Beryll” auch die Bezeichnung “Brille” (lat. “berilllus”) ab, da Beryllstücke in ihrer durchsichtigen, bearbeiteten Form oftmals als Augengläser verwendet wurden.

Doch nicht nur die Nutzung als Mineral in Schmucksteinen oder zur Verstärkung der Sehkraft in durchsichtiger Form eines ganzen Stückes ist dem Element Beryllium zuzuschreiben: Im Jahre 1945 wurde Beryllium zusammen mit Plutonium als Neutronenquelle für Atombomben eingesetzt (Hiroshima ist der erschreckende Beweis dafür). Somit reicht die Wirkung und Nutzung von Beryllium, je nach Form und Gewinnung, von nützlich über dekorativ bis hin zu zerstörerisch. Doch welche weiteren Eigenschaften lassen sich aus diesem Element des weiteren ableiten ? Nun, chemisch betrachtet besitzt Beryllium einen hohen Schmelzpunkt, der bei anderen Leichtmetallen derart nicht vorzufinden ist. Das mag zu einen daran liegen, dass Beryllium die klassischen Eigenschaften eines Metalls nicht mehr besitzt, also mehr einen Übergang zu leicht schmelzenden Elemten darstellt, und durch diese hohe Wärmekapazität leichter und schneller zu verarbeiten ist. Zum anderen ist Beryllium weitaus elastischer als Stahl (das sogenannte “Elastizitätsmodul” ist um 1/3 höher). Ferner ist Beryllium aufgrund einer niedrigen Kernladungszahl durchlässig für Röntgenstrahlen. Doch ist eine negativ zu nennende Eigenschaft Berylliums die hohe Korrosionsgefahr bei höheren Temperaturen im Wasser (abhängig ist dies jedoch von der Reinheit bzw. Verunreinigung des Metalls und des Mediums), auch durch Salzsäure wird Beryllium schnell angegriffen und zersetzt, während bei reiner Raumtemperatur Beryllium durchaus beständig und auch ist die Korrosionsgefahr in heißen Gasen erst oberhalb von 600 Grad deutlich zu bemerken ist.
Aufgrund seines hohen Preises ist Beryllium trotz seiner mannigfaltigen und hervorstechenden Eigenschaften nur bedingt zu verwenden. So findet Beryllium seinen Nutzen zum Beispiel als Werkstoff in Produkten der Weltraum- und Luftfahrtechnik, im Bereich der Arbeit mit Röntgenstrahlen.